Danke, Leipzig! Literaturtest auf der Leipziger Buchmesse

Hallo, Leipzig! Hallo, Messemännchen! Lange haben wir uns auf die Leipziger Buchmesse gefreut – und dann ging plötzlich alles ganz schnell. Und nun ist es schon wieder Zeit, zurückzublicken – auf tolle Begegnungen, spannende Lesungen, viele Neuerscheinungen, wohlverdiente Preise und wahnwitzige Comic-Kostüme. Von Viktoria Hahn

Leipziger Messegelände

Leipziger Messegelände

Leipzig, in dir liegt alles nah bei einander, dichtet taz-Kolumnistin Margarete Stokowski über die Leipziger Buchmesse. Es mag schon sein, dass alles nah beieinander liegt – eines ist aber ganz CosPlayer Fuchssicher: Die Stadt ist voll, wenn Messe ist. Diesmal haben die Veranstalter 260.000 Besucher gezählt – 195.000 davon auf dem Messegelände. Zudem sind die Leipziger Buchmesse und ihre Partner-Veranstaltung, die Manga-Comic-Con, bei den Cosplayern mit ihren mal knappen, mal opulenten und mal flauschigen Kostümen, die für Hingucker und Farbtupfer im Businessschick der Messe sorgen, sehr beliebt. Wir sind Fan des etwas schüchternen, orangefarbenen Fuchses!

 

Literaturtest_Innovation_ohne RandWas gibt’s noch in Leipzig? Das Messemännchen! Stolz präsentierte uns eine Verlegerin ihr gerade erhaltenes Geschenk: „Sehen Sie mal: das Original-Messemännchen! Es steht für weltweiten Handel, für Tradition und Innovation!“ Dann wurde gemeinsam überlegt, welche Brancheninnovationen wohl in dem Koffer des Männchens sein könnten. Da sich der Musterkoffer aber beim besten Willen nicht öffnen ließ, war klar: Es ist unser Job, für Innovation zu sorgen! Gesagt, getan…

Kinder- und Jugendbuchprogramm: Mittelalter mal authentisch

Literaturtest ist Fan von gut gemachten Jugendbüchern – ein Besuch beim Kinder- und Jugendbuchprogramm steht daher immer auf unserer Messe-Favoriten-Liste. Wenn Bücher für Kinder und Jugendliche  im Mittelalter spielen, erzählen sie von der Epoche oft auf verklärte Weise: Da gibt es elegante Ritter, hübsche Roland Pauler I_zugeschnittenPrinzessinnen, spannende Abenteuer und romantische Burgen mit Burggraben. Das ist meilenweit von der harten historischen Realität entfernt. Der Autor und Geschichtsprofessor Roland Pauler setzt in seinem im Spätmittelalter angesiedelten Jugendroman „Bärentöter“ daher auf ein historisch glaubwürdiges Setting für seine Geschichte um den Bauernjungen Wilfried. Begleitet von einer jungen Harfenspielerin präsentierte er sein Buch, zu dem gerade ein zweiter Teil entsteht, in der „Lesebude“.

Mit Marionetten gegen das Wasserglas

Lesung FormánekEs wird in Deutschland immer wieder gerne über die „Wasserglaslesung“ debattiert – also über die  klassische und mitunter etwas steife Lesung mit den Ingredienzien Tisch, Lampe, Wasserglas und Autor. Schon 2010 rief Stephan Porombka zum „Sturm aufs Wasserglas“ auf – und das Thema hat sich 2016 noch nicht erschöpft, wie der Artikel „Abseits der Wasserglaslesung“ der Süddeutschen Zeitung zu Nischen-Lesungen am Rande der Buchmesse deutlich macht. Die Lesung zum Buch „Die Wahrheit sagen“ des tschechischen Autors Josef Formánek im Café Europa hat gezeigt, dass man im Nachbarland da scheinbar schon einen Schritt weiter ist: Ganz unverkrampft wurden Lesung und Gespräch mit dem Autor und dem Dolmetscher Mirko Kraetsch durch einen Marionettenspieler begleitet. Josef Formánek, der in Tschechien ein Bestsellerautor ist, ließ sich gern in die Performance mit einbeziehen und wurde erst zum Straßenbahnschaffner und dann zum Todesengel für die Figur eines sterbenden Soldaten. Das Glas mit Wasser stand auch bei dieser Lesung auf dem Tisch – aber die frugale Strenge haben Marionetten und Autor ganz locker überwunden. „Die Wahrheit sagen“ erscheint am 4. April in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Messe-Essen und ein Koch in Flammen

Koch in FlammenTypisch für die Buchmesse ist eigentlich der Koffeinschock, den man allerspätestens nach dem zehnten Kaffee aus dem Pappbecher erleidet. Dazwischen gibt es klassischerweise Bratwürstchen oder Eintopf aus der Kantine. Umso schöner war für uns das wunderbare Abendessen mit den Verlegern und Autoren des Fabulus-Verlags in einem japanischen Restaurant. Keine Sorge: Auch wenn es auf dem Foto so aussieht, als würde unser Koch in Flammen aufgehen – er ist wohlauf! Und wir waren satt und glücklich nach einem großartigem Essen und tollen Gesprächen, unter anderem mit der 17-jährigen Annika Meyer, die gerade ihr Fantasy-Debüt „Verschwundene Seelen“ veröffentlicht hat.

Aber bevor man noch „Preis der Leipziger Buchmesse“ und „Party der Jungen Verlage“ sagen kann, sind die Tage in Leipzig schon wieder vorbei. Bye-bye, Messemännchen – bis zum nächsten Frühjahr!

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